Repräsentierendes Debattieren. Zur Mediatisierung von innerparteilicher Demokratie

Thomas Scheffer, Mark Dang-Anh, Stefan Laube & Caja Thimm

Als besondere Herausforderung der Mediatisierungsforschung lässt sich die Analyse von Mediatisierungsprozessen auf der Mikroebene ansehen. Diese Analysen verdeutlichen konkrete Mediatisierungsprozesse an detaillierten, kontextbezogenen Veränderungen von medienbasiertem Handeln in verschiedenen Gruppen, Domänen und Kulturen. Unser Aufsatz entfaltet diese Mikroperspektive in Hinblick auf das Medienhandeln von Bundestagsabgeordneten. Dabei kommen zwei Forschungsstränge zusammen: zum einen die ethnographische Diskursanalyse der Fertigung und Verwertung politischer Sachpositionen in Abgeordnetenbüros des Deutschen Bundestages; zum anderen die medienwissenschaftliche Analyse heutiger Nutzungsweisen digitaler sozialer Netzwerke und Kommunikationsformate – besonders auf Twitter – in der institutionalisierten Politik. Im Mittelpunkt steht die Frage der Mediatisierung von innerparteilicher Demokratie: Wie zeigt sich die innerparteiliche Formierung von Positionen, nicht nur in traditionellen Modi wie Presseerklärungen, Pressekonferenzen oder Interviews, sondern auch entlang von Äußerungen in sozialen Medien wie Twitter?

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